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Forum - Thema "Startwissen für werdende Eltern gesucht"

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mariposa erstellt: 05.02.2009 17:54 Uhr
letzte Änderung: 05.02.2009 18:17
Hallo,
ich und meine Freundin (wir studieren beide) werden ein Kind bekommen.
Jetzt wollen wir einiges wissen, sorry, wenn wir euch mit Fragen bombadieren.

1. Wie hoch sind die monatlichen Kosten für ein Kind?
2. Wir kennen Elterngeld, Kindergeld, Erstausstattung Kind, Bafög-Kinderbetreuungszuschlag und Mutterschaftsgeld (sie arbeitet auf 400 € Basis, also zahlt des meines Wissens die Krankenkasse?). Haben wir irgendwas vergessen bzw. übersehen? Gibt es hierbei Fallstricken, die euch bekannt sind?
3. Kinderkrippen: Ab wann kann man diese Möglichkeit nutzen? (wir wollen das nicht, bevor das Kind etwa 1 Jahr alt ist, aber man kann ja nie wissen)
Könnt ihr uns eine günstige gute Möglichkeit empfehlen?
4. Wie sieht die Studienverlängerung (im Bezug auf Bafög -> Leistungsnachweis, etc.) aus? Wir kennen die gesetzlichen Vorgaben, aber wie ist es in der Praxis?
5. Gibt es bei den oben genannten Punkten irgendwelche Schwierigkeiten, wenn ein Elternteil Ausländer ist (aber EU-Bürger und über 3 Jahre wohnhaft in Deutschland)?


Na gut, das wäre dann erst mal alles, jedenfalls für´s Erste
Wir würden uns freuen, wenn ihr uns helfen könntet!!!

LG, mariposa
katie erstellt: 05.02.2009 20:28 Uhr
Hallo Mariposa,

Zu allererst, herzlichen Glückwunsch!

Unsere Situation ist ein bisschen anders - ich bin Studentin (LMU), mein Mann ist kurz vor der Geburt unseres Sohnes mit seinem Studium fertig geworden und hat (4 Wochen vor der Geburt!) eine Arbeit gefunden. Trotzdem kann ich vielleicht mit ein paar Antworten helfen.

Zu Punkt 5: Ich bin Engländerin und wohne seit inzwischen 6 Jahren in München. Ich kann mich nicht erinnern, dass es irgendwelche Schwierigkeiten gab - die Mutter braucht eine Geburtsurkunde, um die Geburt des Kindes anzumelden, aber übersetzen muss man sie nicht. Das Kind hat meines Wissens automatisch die Nationalität beider Eltern, ich habe für unseren kleinen einen Britischen Pass beantragt, weil ich das sehen wollte, aber man braucht es nicht - die Nationalität wird sozusagen vererbt und Recht darauf verfällt nicht (ich nehme an, dass das überall in der EU gleich ist). [Falls ihr irgendwann heiraten wollt, gibt es jede Menge Bürokratie (wir haben kurz nach der Geburt geheiratet) aber das ist ja ein anderes Thema!]
Falls ihr euer Kind zweisprachig erziehen wollt, gibt's ein toller Vortrag, der regelmäßig geboten wird: http://www.natuerliche-geburt.de/veranstaltungen1.html

1. Ein Kind kostet in den ersten Monaten wenig (sofern man vorher ausgestattet ist) - eigentlich nur Windeln und (viel) Waschpulver. Die Strom- und Heizkosten können auch steigen. Wenn frau stillt, spart man VIEEEL Geld - das Pulvermilchzeug ist sehr teuer. Ich habe unseren Sohn 14 Monate gestillt und den Pulvermilch fast nie gebraucht.
Das zweite Halbjahr wird teuerer (Babygläschen, neue Ausstattung wie Trinkbecher, Türgitter usw.) aber immer noch bezahlbar. Teuer wird's ab etwa 1 Jahr, da kommen Schuhe dazu, ein neuer Autositz, Schnee- und Buddelhosen, mehr Sicherheitsmaßnahmen (Steckdosen, Schubladen) immer mehr Essen...ich glaube, es wird auch immer teuerer!
Man kann sehr viel hochwertige Sachen auf Flohmärkten usw. finden oder als Leihgaben bekommen.

Zu den anderen Punkten weiß ich weniger (unser Sohn hatte heute seinen ersten Krippentag, wir können dann in 1-2 Monaten darüber berichten) aber es können bestimmt andere antworten.

Viel Glück und viel Spaß! Kinder sind stressig aber doch ganz ganz toll!!

Katie
Asya erstellt: 06.02.2009 08:58 Uhr
Hallo,
herzlichen Glückwunsch!
ich bin selber eine Ausländerin, aber das macht überhaupt nichts aus! Kein Problem weder bei Behöreden, noch mit der Krankenkasse.

zu Punkt 2: das Mutterschaftsgeld sowie das Elterngeld muss man so früh wie möglich beantragen. Aus meiner Arfahrung geht es nicht so schnell. Unsere Tochter wurde am 4.12.2008 geboren, ich erhalte aber noch weder MG noch EG( Vielleicht habt ihr eine bessere KK und mehr Glück als ich

Das wünsche ich Euch!

Asya
Heliozoa erstellt: 06.02.2009 19:08 Uhr
Hallo!

Also zu 2.: es gibt noch das Landeserziehungsgeld, das in Anschluss an das Elterngeld gezahlt wird und das Einkommensabhängig ist. Aber bei 400 Euro mtl seit ihr da sicher nicht drüber. das sind dann nochmal 150 Euro 12 Monate lang.

Zu 3.: Soviel ich weiß gibt es ja die ganzen Kinderkrippen der Unis (Adressen und Tel.nummern im Heftchen "Studieren mit Kind" vom Studentenwerk). Dort hat man sehr gute Chancen einen Platz zu bekommen und so viel ich weiß nehmen die die Kinder ab 1em Jahr jeweils im Herbst auf.

Zu 4: Wenn man die Leistungen nicht hat, sollte man auf keinen Fall versuchen den Nachweis trotzdem zu bekommen, denn sobald man den Nachweis vorgelegt hat, kann man später die Schwangerschaft/Geburt nicht mehr als Grund für eine Verlängerung bringen. Also den Nachweis wirklich nur einreichen, wenn man tatsächlich mit seinen Studienleistungen nicht zurückhängt!!!
TimosEltern erstellt: 07.02.2009 10:48 Uhr
Hallo,

ich meine, das mit dem Landeserziehungsgeld im Anschluss ans Elterngeld ist so: Man muss es auf jeden Fall nochmal extra beantragen, und das geht auch erst, nachdem das Elterngeld abgelaufen ist. Man bekommt es aber zurückerstattet.
Also z.B. das Elterngeld läuft im Oktober aus. Dann stellst du den Antrag auf Landeserziehungsgeld und dem Antrag wird z.B. im Dezember stattgegeben. Dann bekommst du auf jeden Fall für November (und für den Rest des Oktobers?) das entsprechende Geld nachgezahlt.

Allerdings läuft das LEG nur 6 Monate lang, also kein ganzes Jahr.


Zumindest ist es bei uns so. Ich bin mir grad nicht sicher, ob es doch eine Situation gibt, bei der man das LEG für ein volles Jahr bekommt. Aber da kannst du dich bei der Sachbearbeiterin einfach erkundigen.


Viele Grüße,

Jana
TimosEltern erstellt: 07.02.2009 10:59 Uhr
letzte Änderung: 07.02.2009 10:59
Achja, mariposa, was mir noch eingefallen ist:

zu 3.
Die meisten Kinder werden mit ca. 1 Jahr in die Krippe aufgenommen; bei uns war es auch schon früher, also falls ihr schon eine Krippe im Auge habt, erkundigt euch dort einfach mal.
Aber es ist superwichtig, dass man so bald wie möglich nach der Geburt den Antrag auf den Krippenplatz einreicht, weil die Wartelisten einfach nur endlos sind!
Wir haben es damals so gemacht, dass wir uns die Formulare zusammengesucht haben noch während ich schwanger war. Die haben wir dann soweit wie möglich ausgefüllt. D.h. als Timo geboren war, mussten wir nur noch seinen Namen und sein Geburtsdatum eintragen und haben den Brief sofort eingeworfen.

Viel Glück euch


und zu 4.
Sobald das Kind geboren ist und man die Geburtsurkunde und den Nachweis hat, dass das Kind bei einem wohnt und von einem erzogen wird, kann man sich vom Studium beurlauben lassen. D.h. die Semester werden nicht weitergezählt, aber man darf trotzdem an Veranstaltungen und Prüfungen teilnehmen.
Man muss diesen Antrag allerdings rechtzeitig stellen, also am besten sich über die Fristen informieren und pünktlich einhalten! Und man muss sich im neuen Semester auch neu beurlauben lassen.
Man kann sich während der Schwangerschaft beurlauben lassen und aufgrund von Erziehungsurlaub. Allerdings gibts hier noch ein paar Dinge, die man beachten muss. Aber das steht glaub ich auch in dieser o.g. Broschüre "Studieren mit Kind".

Also nochmals viel Erfolg! =)


Jana
Barbara erstellt: 10.02.2009 10:23 Uhr
Hallo und ebenfalls herzlichen Glückwunsch!
Euch steht eine ganz besondere, aber auch sehr anstrengende Zeit bevor - und Du hast sicher Recht: sich vorher möglichst gut zu informieren macht Vieles leichter.
Natürlich gibt es nicht immer eindeutige Antworten, aber man kann sich ein gutes Bild machen, wenn man weiß, wo man nachfragen kann. Die Broschüre "Studieren mit Kind" ist ein super Tipp - auch die regelmäßigen Treffen an der LMU zu diesem Thema helfen sehr viel weiter. Dort wird man sehr gut und persönlich beraten. Auf unserer Seite Links und Downloads findest Du alle Links zu Übersichten über Krippen und Kinderbetreeung, zu billigen Einkaufsmöglichkeiten mit Kind und vieles vieles mehr! Wir haben die Liste sehr sorgfältig zusammengestellt und Du wirst bestimmt finden, was Du suchst. Ganz herzliche Grüße und viel Freude mit dem Baby! Barbara
TimosEltern erstellt: 10.02.2009 13:33 Uhr
letzte Änderung: 10.02.2009 13:34
Hi nochmal,


für eine ausführliche und sehr freundliche Beratung wendet ihr euch am besten an Dr. Hildegard Adam. Hier der Link zu ihren Kontaktdaten:

http://www.uni-muenchen.de/studium/beratung/beratung_service/beratung_lmu/schwangere_kind/beratung/studium1/index.html

Einfach einen Termin ausmachen, evtl vorher ein paar Fragen sammeln, und los gehts =)


Viele Grüße,

Jana
mariposa erstellt: 10.02.2009 15:33 Uhr
Hey,
erstmal vielen herzlichen Dank für Eure Glückwünsche und Tipps!!!

Jetzt nochmal eine wichtige Frage, die nur Ihr wegen Euren Erfahrungen beantworten könnt:
Wieviele Kosten entstehen nach der Geburt monatlich? Uns ist klar, dass das sehr stark variieren kann, aber hier sind/waren evtl auch viele in einer ähnlichen Situation. Sagt uns doch bitte ungefähr einen Betrag für´s erste Jahr, dann den für´s zweite usw.

Liebe Grüße,
Mariposa
Heliozoa erstellt: 11.02.2009 07:50 Uhr
1. - 6. Monat: 40 Euro (Wir bekamen Kinderwagen, Bettchen, Kleidung etc. von Verwandtschaft geschenkt!) also 40 Euro für Windeln, Schnuller, Tücher etc)
6.- 12. Monat 80 Euro (wieder Kleidung, Spielsachen ect exclusive) also 80 Euro für Windeln, Fläschchen, Brei im Gläschen. Dazu muss man sagen, dass man deutlich billiger wegkommt, wenn man selbst was fürs Baby kocht. Wir kaufen die teuren Hipp Gläschen ( eins um 1,20 Euro) aus Zeitgründen und weil wir oft unterwegs sind.
Wenn Ihr Kleidung selbst kauft macht es auch einen riesen Unterschied, ob ihr beispielsweise zu Esprit geht (Winterjacke um 80 Euro) oder zu C&A (um 40 Euro) oder auf den Flohmarkt (um 20 Euro).
Viel Glück,
Eva
TimosEltern erstellt: 11.02.2009 12:22 Uhr
letzte Änderung: 11.02.2009 12:28
Hi Mariposa,

im Grunde kommt es auch drauf an, was ihr für euer Kind gern haben möchtet.
Wenn ihr kein Problem damit habt, second hand zu kaufen, wird es sowieso immer günstiger. Z.B. bekommt man bei eBay, quoka.de, kijiji.de oder mamiweb.de zuhauf gebrauchte Kinderwagen und Kleidung. Am besten ist es da, sich evtl im Internet vorher über den Ladenverkaufspreis zu informieren, damit man abschätzen kann, welche Angebote auch wirklich günstig bzw. geldsparend sind.
Und je nachdem, ob ihr mit Waschmaschine und Trockner (bzw. Wäscheleine im Trockenen für die Winterzeit) gesegnet seid, könnt ihr auch überlegen, mit Stoffwindeln zu wickeln. Wir haben es leider nur ca. 3 Monate durchgehalten, danach sind wir zu Wegwerfwindeln übergegangen. Aber wenn ihr denkt, dass ihr das länger durchzieht, könnt ihr bestimmt auch einiges sparen.
Man müsste dann natürlich so viele Stoffwindeln anschaffen, dass man sie in der normalen Wäsche mitwaschen kann und zeitlich trotzdem immer noch welche zum Wechseln hat. Aber immerhin kann man die Windeln dann wiederverwenden und schont die Umwelt ein Stück! =)


Wann ist es denn eigentlich soweit bei euch?

Viele Grüße,

Jana
katie erstellt: 11.02.2009 22:34 Uhr
Noch ein Geldspar-Tipp: Wenn das Kind gestillt wird, kann man diese waschbaren Stilleinlagen in der Apotheke kaufen. Die sind aus Seide & Wolle und ziemlich teuer - etwa 5 Euro pro Paar. Ich habe aber in der gesamten Stillzeit (fast 14 Monate) nur drei Paar gebraucht. Ich glaube, die Stilleinlagen zum Wegwerfen würden teuerer ausfallen.

LG Untamed
mariposa erstellt: 12.02.2009 17:01 Uhr
letzte Änderung: 12.02.2009 17:01
Bei uns ist es im Oktober soweit, wenn alles nach Plan verläuft *daumendrück*

Also nochmal vielen, vielen Dank an alle!!!
Jetzt haben wir schon einigermaßen einen besseren Überblick, wir werden nicht nur alles schaffen, sondern auch genießen!!!

LG, mariposa
Anneke erstellt: 15.03.2009 21:01 Uhr
Noch ein Tipp von mir zum Thema Kinderbetreuung:

MEldet euch jetzt schon bei allen städtischen Krippen an, die für euch in Frage kommen, die Vormerkzeit ist dort recht lange! Die Kosten bei den staädtischen Krippen sind nach GEhalt gestaffelt. Wenn ihr beide zusammen unter 15.000 € im Jahr verdient, müsst ihr nur Essensgeld zahlen (ca. 60 € im Monat), die Betreuungskosten übernimmt die Stadt dann voll. Bei den studentischen Krippen kann man sich erst nach der Geburt mit Geburtsurkunde des Kindes vormerken lassen und diese Kosten dann 260,-€ zzgl. 60,- € Essensgeld im Monat. Der Vorteil der städtischen Krippen ist außerdem die Öffnungszeit und die kürzeren Schließungszeiten im Sommer. Erkundigt euch am besten bei den Einrichtungen in eurer Nähe.

Viel Erfolg, LG Anne
hajar erstellt: 24.05.2010 20:55 Uhr
Hallo,
auch wenn mariposa jetzt sicher bestens informiert ist und das Baby schon lange da - vielleicht liest das hier ja später noch jemand:

zum thema Essen:
man kann sich die teuren Hipp Gläschen wirklich sparen, wenn man will (und ohne Zeitaufwand).
wir machen das so:

unser Kind isst seit dem Alter von 6Mon. bei uns mit, zuerst nur weich gekochtes Gemüse aus unserem Eintopf o.ä.(Kartoffel, Karotte, Zucchini etc.), später dann einfach alles was ihm schmeckt und was wir essen. Funktioniert bisher problemlos, man muss halt nur genau beobachten ob das Kind die Nahrung verträgt und anfangs nur leicht würzen, und wir geben ihm nichts mit Zucker. Wir lassen ihn das meiste selber essen, mit der Hand, das macht am meisten Spaß! unterwegs haben wir immer was zu knabbern dabei (breze, kekse, sesamstangen, dinkelstangen...) und für den größeren hunger obst/gemüse in mundgerechten stücken (zb. gurke, apfel, banane im ganzen, birne, trauben...)oder mal ein käsebrot.
eine zeitlang haben wir zusätzlich obstgläschen gekauft, die günstigeren und in bio-qualität von babydream oder babylove, das ist schon manchmal recht praktisch. momentan mag er sowas aber nicht.

Was mir noch eingefallen ist: wenn größere anschaffungen für das kind anfallen, könnt ihr über "donum vitae" (schwangerenberatung) einen antrag bei der stiftung mutter&kind stellen, da habt ihr auch gute chancen auf finanzielle unterstützung. und soweit ich weiß kann man auch für das kind alg2 oder wohngeld beantragen, nur eben für sich als student nicht.

Alles Gute euch und viel Freude an euren Kindern!

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