Projekt "Mutter-Kind-Uni"
Wir haben lange überlegt, wie wir diese Website nennen sollen. Für „Uni und Kind“ haben wir uns entschieden, weil wir wissen, dass im Leben von Eltern beides mindestens die gleiche Bedeutung hat. Es geht nicht darum, die Uni „trotz Kind“ irgendwie zu schaffen, in einer Art Hürdenlauf und Überlebenstraining, sondern wir wünschen uns, dass Studenten, die Kinder haben, beides entspannt meistern können. Das eigene Leben wird trotz aller rationalen Planung erst mal sowieso gründlich durcheinandergewirbelt, wenn man Kinder bekommt, da sollte das Studium unserer Meinung nach so gestaltet sein, dass es Eltern entgegen kommt.
Das Projekt Mutter-Kind-Uni soll dazu beitragen und wurde als Konzeptentwurf der Universitätsleitung der TU-München im Sommer 2007 vorgelegt.
Zwei Online-Unfragen im Rahmen des Projekts wiesen darauf hin, dass studierende Eltern in München eine Vielzahl von Problemen zu bewältigen haben. Bisher sind vor allem Frauen, die sich höher qualifizieren wollen, oft gezwungen, lange Auszeiten zu nehmen, viel Geld für Betreuung ihrer Kinder auszugeben, ihr Studium abzubrechen oder sich zwischen Studium und Kind zu entscheiden. Sogar an der Technischen Universität München, an der das Projekt im Studiengang communicate umgesetzt wurde (leider nur ein MBA-Studiengang mit wenigen TeilnehmerInnen), und die eine Elite- Universität ist, ist das Studium mit der Elternrolle häufig nur schwer vereinbar. Das Konzept der Mutter-Kind-Uni ist Teil einer Dissertation, die die Diplomsoziologin Barbara Schiller derzeit an der Technischen Universität München erstellt. Hauptthema der Dissertation ist das Studium als Zeitfenster für Mutterschaft durch moderne Informations- und Kommunikationstechniken. Nach der aktuellen Studie „Studieren mit Kind“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung halten 60 % der StudentInnen die Vereinbarung von Studium und Elternschaft generell für möglich. Als Hauptproblem nannten sie das Zeitmanagement, bedingt durch die unregelmäßigen Vorlesungszeiten und mangelnde Betreuungsplätze – vor allem in den alten Bundesländern. Durch das Konzept der Mutter-Kind-Uni würde ein Unterstützungsnetzwerk für Eltern an Universitäten etabliert werden können und mit geringem Kostenaufwand die Möglichkeit geschaffen, Vorlesungen via E-Learning von zuhause aus zu verfolgen. Relativ einfache Maßnahmen mit weit reichenden Folgen: Besonders für Frauen eröffnet ein Studium mit Kind später bessere Karrierechancen, weil sie anschließend mit älteren Kindern eher Vollzeit-Berufstätig sein können. Vor allem ergibt sich daraus auch die Möglichkeit für Frauen, früher und dadurch mehr Kinder zu haben. Somit wird den Eltern so ermöglicht, die Familie durch eine gute Ausbildung auf eine finanziell sichere Basis zu stellen. Durch den Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechniken würden sowohl die Kompetenzen studierender Eltern gefördert, als auch die Universitäten international wettbewerbsfähig gehalten. Bisher scheiterte die Umsetzung des Projekts vor allem daran, dass in Entscheidungsgremien der Universität die Meinung vorherrscht, Eltern würden durch diese Lösung zu Hause am PC isoliert. Doch sollten studierende Eltern von sich aus Verbesserungen fordern wollen, kann das Konzept vielleicht Inspirationen geben, wie ein elterngerechtes Studium aussehen könnte. Wer sich näher über das Projekt Mutter-Kind-Uni informieren möchte, kann gerne eine E-Mail an folgende Adresse senden: ![]() ©2008-2009 - Impressum
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